Vier historische Bahnbrücken im Bayerischen Wald saniert

Seit den Jahren um 1880 stehen die Ohetalbrücke, Nagerlbrücke und Deffernikbrücke bereits auf der Bahnstrecke Plattling - Bayerisch-Eisenstein. Geradezu jung ist im Vergleich dazu die 1938 erbaute „Brücke über den Regen“. Damit das alternde Brücken-Quartett seine vorgesehene Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2027 auch erreichen kann, setzte der Rädlinger Ingenieurbau in Zusammenarbeit mit dem Rädlinger Stahlbau im Sommer 2015 die Bauwerke für die DB Netz AG instand.

In der dreimonatigen Bauzeit waren zeitweise bis zu 100 Personen gleichzeitig an den vier Stahlbrücken im Einsatz – teilweise rund um die Uhr und an sieben Tagen der Woche. Während der Vollsperrung der Bahnstrecke gab es Einiges zu tun: Neben Korrosionsschutzarbeiten auf einer Fläche von über 8.000 m² führten die Fachkräfte u. a. auch den Austausch bzw. Neubau von Stahlbauteilen mit einem Gesamtgewicht von ca. 150 t, die Sanierung von rund 2.500 m² Mauerwerksfugen und die Montage eines 550 m langen Kabelkanals durch.

Der Zugang zu den Brücken war dabei nicht immer ohne Weiteres möglich. Stellenweise errichteten die Kollegen deshalb Baustraßen über den Gleisen und entwarfen spezielle Transportwagen, die auf den Randwegen der Brücken selbst bei ausgebauten Gleisen fahren konnten. Wie schwer zugänglich das Gelände war, zeigte sich wiederum bei der Erneuerung der Widerlager und den damit verbundenen Ankerarbeiten. Mit konventionellen Bohrgeräten waren die entsprechenden Stellen nicht erreichbar. Ein Schreitbagger mit seinen unabhängig voneinander steuerbaren Beinen konnte für die Bohrarbeiten allerdings stabilen Halt finden.

Besondere Präzision erforderte der Tausch der ca. 15.000 Nieten durch HVP-Schrauben. Diese hochfesten Schrauben erlauben bei der Gewindebohrung keinerlei Abweichung. Da ein Austausch so vieler Nieten an einem derart alten Bauwerk noch nie vorher stattfand, hielt sich über längere Zeiträume ein Statiker permanent vor Ort auf, um auftretende Fragen zur Stabilität sofort klären zu können. Auch der Bestandsstahl der um 1880 entstandenen Brücken stellte wegen seiner Zusammensetzung hohe Anforderungen an die Genauigkeit. Durch seinen hohen Kohlenstoffgehalt rostet dieser Stahl zwar nicht, lässt sich aber auch nicht schweißen. Selbst kleinste Abweichungen sind so später nicht mehr korrigierbar.

Die Züge rollen nun wieder auf dem 20 km langen Abschnitt: Über zwölf neue Kalottengleitlager, sechs querfeste Lager, 600 lfm an neuen Gleisrosten und auf der Nagerlbrücke sogar über einen vollständig neuen Fahrbahnrost. Zusätzlich erneuerte das Team von Rädlinger den Oberbau außerhalb der Brücken auf einer Länge von circa einem Kilometer. Für einen sicheren Zugang zur weiteren Instandhaltung der vier Brücken bis zum Ende ihrer verlängerten Lebenszeit sorgen insgesamt ca. 1.700 m² nagelneue, glasfaserverstärkte GFK-Gitterroste auf den Besichtigungswegen.


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