Lebenserhaltende Maßnahmen für Autobahnbrücke an der A44

Notunterstützung verlängert die Nutzungsdauer der maroden Brücke um fünf Jahre

Mehr als drei Viertel der 39.000 Autobahn- und Bundesstraßenbrücken in Deutschland gelten als sanierungsbedürftig. Wird in den nächsten Jahren nichts dagegen unternommen, droht einigen von ihnen sogar die Sperrung. Für eine Autobahnbrücke an der A44 bei Kassel ist dieses Schreckensszenario nun vom Tisch: Der Rädlinger Stahlbau installierte dort eine Notunterstützung. Dadurch bleibt die Brücke für die nächsten fünf Jahre befahrbar.

Da der Installationszeitraum knapp bemessen war, wurde anstelle einer Schweiß- eine Schraublösung bevorzugt. Ohne den weiterhin fließenden Verkehr zu beeinträchtigen, brachte das Stahlbau-Team eine vorgespannte Konstruktion unter der Brücke an der A44 ein. Die Brücke ist etwa elf Meter hoch und hat eine Spannweite von 54 Metern. Um die Brücke von unten zu stützen, waren insgesamt 188 Tonnen Stahl nötig. Der längste Träger misst etwa 18 Meter, der schwerste hat 16 Tonnen. Transportiert wurde das Material auf neun Sattelschleppern.

Premiere: Träger schweben auf Luftkissen unter die Brücke

Vor Ort baute die Rädlinger-Montage-Mannschaft neben der Brücke zunächst eine Hilfskonstruktion. Darauf platzierte sie jede der insgesamt zehn vormontierten Baugruppen und brachte diese auf von Seilwinden gezogenen Luftkissen unter der Brücke ein. Pro Baugruppe brauchte der Trupp ungefähr eine halbe Stunde. Diese Art der Einbringung war eine Premiere für Rädlinger und funktionierte optimal. Da die Belastung nicht gleichmäßig verteilt war, mussten Bauleiter und Monteure allerdings den Druck der einzelnen Kissen manuell ausgleichen.

Eine zusätzliche Herausforderung waren Höhenunterschiede in den Fundamenten, die aus den Plänen nicht ersichtlich waren. Dank genügend Baumaterial vor Ort konnten die Unterschiede ausgeglichen werden.

Gründliche Planung ist alles

Überhaupt hatte das Projekt einige Besonderheiten zu bieten: Eine Abstützung der Autobahnbrücke von unten ist nicht alltäglich, die Masse der Bauteile war zudem besonders hoch. Und dann musste die Notunterstützung innerhalb von vier Wochen fertiggestellt werden, da die Brücke ansonsten gesperrt worden wäre.

Aufgrund hervorragender Planung, der Teamleistung in der Fertigung und vor Ort und schwebend eingebrachter Baugruppen konnte alles termingerecht bis Ende Juli 2017 erledigt werden.


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