Leben im Steinbruch

In Kooperation mit dem LBV wird der Steinbruch Blauberg zum idealen Lebensraum für hunderte Gelbbauchunken.

Fernsehen, Radio, Tageszeitung – die Gelbbauchunken im Steinbruch Blauberg standen 2017 ganz schön im Rampenlicht. Kein Wunder, denn die Population ist vermutlich die größte im Landkreis Cham und darüber hinaus. An einem Abend zählten die Naturschützer des LBV rund 260 Tiere. Heimisch ist dort wohl ein Vielfaches.

Zuhause sind die nur ein paar Zentimeter großen Amphibien in den etwa 20 Gewässern und Tümpeln im sogenannten Tiefenbruch. Größere Granitblöcke rund um die Reservate verhindern, dass nicht doch einmal versehentlich großes Gerät das Zuhause der Gelbauchunke durchquert.

Die bedrohte Tierart steht europaweit auf der roten Liste. Um Lebensräume für sie zu schaffen und zu erhalten, werden die Abbaustellen und Arbeiten im Steinbruch strategisch geplant. Muss eines der 14 ortsveränderlichen Gewässer für eine neue Abbaustelle weichen, werden während der Winterstarre der Tiere neue Rückzugorte geschaffen.

Für die gelbbauchige Unke ist der Gewässerumzug keine große Sache. Ihr natürlicher Lebensraum sind Flussauen. Doch weil es kaum mehr dynamische Gewässer gibt, die stetig neue Pfützen im Kiesbett entstehen lassen, ging ihre Population extrem zurück. Dass sie sich gerade in aktiven Steinbrüchen wohlfühlen, ist nicht verwunderlich. Denn durch die Abbauarbeiten werden immer wieder neue Wasserstellen geschaffen.

Diese wurden nun auch nummeriert und in eine eigens erstellte Gewässerkarte eingetragen. Künftig sollen dadurch die gemeinsamen Planungen mit dem LBV vereinfacht und Natur und Abbau noch besser in Einklang gebracht werden.

Vorsicht, Tiere!

Auf den ersten Blick wirkt der Steinbruch Blauberg nicht unbedingt wie ein Biotop für die Tierwelt. Doch neben der Gelbbauchunke haben weitere seltene Tierarten wie der Uhu und der Flussregenpfeifer dort ihren Lebensraum gefunden. Außerdem haben sich viele Amphibien und Fledermäuse längst mit den Baumaschinen und Abbauarbeiten arrangiert. Nicht zuletzt deswegen, weil hier alle an einem Strang ziehen. Ein Beispiel: Jedes Jahr brüten Stockenten auf dem Gelände. Als der Nachwuchs im letzten Jahr flügge wurde, watschelte die Entenfamilie quer über die Zufahrtswege. Daraufhin haben sich die Fahrer der LKWs firmenübergreifend angefunkt und machten sich gegenseitig auf die tierischen Besucher aufmerksam.


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