Freisinger Isarsteg: Ein Ast aus Stahl

Der Form eines liegenden Astes nachempfunden, verbindet die Fußgänger- und Radfahrerbrücke in Freising die beiden Ufer der Isarauen. Stützen, Treppen und Rampen bilden die Gabelungen und Verzweigungen. Ihre Richtung ändert die Brücke in Analogie zu einem Ast nur bei einer Verzweigung. Mit der Planung, Fertigung und Montage des gestalterisch, technisch und ökologisch anspruchsvollen Projekts wurde der Rädlinger Stahlbau beauftragt.

Die Abteilung ist Teil der Rädlinger Maschinen- und Anlagenbau GmbH und realisiert maßgeschneiderte Stahlbau-Projekte wie diese in ganz Deutschland. Zum breiten Leistungsspektrum gehören z. B. auch schlüsselfertig gebaute Hallen, Verbindungsstege zwischen Gebäuden, Lärmschutzwände aus Stahl und Sonderbauten. Daneben gehören die Sanierung von Stahlkonstruktionen oder die Erstellung von Bauteilen zur Notunterstützung für einen sicheren Abriss von Bauwerken zu den Kompetenzen des Rädlinger Stahlbaus. So ist das Unternehmen auch an der aktuell laufenden Sanierung der vier Bahnbrücken zwischen Regen und Eisenstein beteiligt.

Parallel dazu arbeiten die Mitarbeiter des Rädlinger Stahlbaus derzeit an der Montage des Fußgänger- und Radfahrersteg in Freising. Bis September soll die Verbindung über die Isar fertiggestellt sein. Aufgrund der Lage in den empfindlichen Isarauen kommt es bei dem Projekt auf absolute Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und bestmögliche Integration in den Naturraum Aue an. Verbaut wird deshalb wetterfester Baustahl. Mit seiner rotbraunen Farbe passt er nicht nur farblich ins Konzept. WT-Stahl benötigt keine Beschichtung gegen Korrosion und ist daher besonders umweltverträglich und zu 100% wiederverwertbar.

 

Effizienter Materialeinsatz

Insgesamt werden für die ca. 180 Meter lange und 3,5 Meter breite Brücke 200 Tonnen Stahl verbaut. Jedes einzelne Bauteil der Konstruktion hat eine tragende Funktion, sodass der Materialeinsatz so gering wie möglich gehalten werden konnte. Bei der Fertigung musste deshalb auf eine qualitativ besonders hochwertige Verarbeitung geachtet werden.

In Hohlkastenbauweise entstand so ein hocheffizientes, dreieckförmiges Brückentragwerk. Die Querträger des Stahltragwerks in den Hohlkästen werden gleichzeitig als Querträger der Geh- und Fahrradplatte aus Beton genutzt. Geschickte Planung ermöglichte es die Zahl der Stützen für das Tragwerk auf ein Minimum zu reduzieren. Dafür erhielten auch Treppen und Rampen zur Brücke eine Doppelfunktion als Zugang und Stützteil. Der längste Abschnitt ohne Stütze überspannt 58 Meter und befindet sich über dem Flussbett.

 

Geringe Eingriffe in die Natur

Weniger Stützen sparen nicht nur Material, sondern bedeuten auch wenig Landverbrauch und geringe Eingriffe in die Natur. Durch Form und Farbe passt sich die Brücke harmonisch in die Umgebung ein und die geschwungene Stegführung erlaubt ausreichend Distanz zu schützenswerten Biotopbäumen.

Gerade die Auenwälder auf beiden Seiten des Flusses sind für die Montage eine besondere Herausforderung, weshalb diese schon früh mit in die Planung einbezogen wurde. Eine Verbundkonstruktion aus mehreren Teilsektionen, die alle im Werk in Cham gefertigt wurden, ermöglicht eine einfache und raumschonende Montage vor Ort. Um die einzelnen Sektionen problemlos verbinden zu können, ist höchste Präzision bei der Fertigung gefragt. Die letzten Vorbereitungen und Schweißarbeiten erledigt das Stahlbau-Team an einem nahe gelegenen Montageplatz. Von dort werden die Einzelteile mit einem Kran eingehoben, was aufgrund der dichten und hohen Bäume gerade bei den größeren Bauabschnitten nicht ganz einfach ist. Für den kürzlich stattgefunden Brückenschlag, bei dem die mit 45 Metern längste Brückensektion eingehoben wurde, musste deshalb erst einmal ein Weg durch die Bäume gefunden werden.

So hat jedes Projekt seine besonderen Ansprüche, denen es sich zu stellen gilt. Zahlreiche Aufträge in den 13 Jahren seit Gründung des Rädlinger Stahlbaus erweiterten den Erfahrungsschatz. Immer stand dabei der enge Austausch mit Kunden und Auftraggebern von öffentlicher, gewerblicher oder privater Seite und der zunehmend wichtiger werdende Einbezug individueller Kundenwünsche im Fokus, um am Ende vor allem eines garantieren zu können: beste Qualität.


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