Ein Dach für das Museum der bayerischen Geschichte

In Herzen von Regensburg läuft derzeit eine der größten Museumsbaustellen im Freistaat. Seit September 2015 arbeitet auch die Abteilung Stahlbau der Rädlinger Maschinen- und Anlagenbau GmbH aus Cham an der spannenden Maßnahme zwischen Altstadt und Donauufer.

Vom Dach der vierstöckigen Bavariathek - ein Gebäudeteil des Museums - könnten die Monteure des Rädlinger Stahlbaus eine wunderbare Aussicht auf die Donau, die vorbeifahrenden Schiffe, den Dom und die Dächer der Altstadthäuser genießen. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt ganz der verwinkelten Dachkonstruktion mit teils schräg verlaufenden Hauptträgern und kreuzenden Nebenträgern aus Stahl.

Bis zu 12 Meter sind die einzelnen Bauteile der Konstruktion lang, die ein Mobilkran auf das Dachgeschoss hob. Insgesamt hat die Stahl-Dachkonstruktion ein Gewicht von 28 Tonnen. Bei der Anlieferung auf der Baustelle war ein hohes Maß an Rücksichtnahmen und guter Organisation gefordert. Aufgrund der Grundstückslage im Herzen der Stadt und nahe der Donau sowie der angrenzenden Baustelle sind die Lagerflächen begrenzt. Die Anlieferung musste deshalb zeitlich gut geplant werden und die einzelnen Stahlträger galt es zeitnah an ihren Bestimmungsort zu bringen.

Auf die Gestaltung der Dachlandschaft legten die Planer besonderen Wert. Durch unterschiedliche Höhenniveaus soll sie sich bestens in das Regensburger Stadtbild einfügen. Die Aussparung, um die die Stahlkonstruktion herumläuft, bildet den Innenhof der Bavariathek. Eingedeckt wird das Dachgeschoss mit einem Zinkstehfalzdach. Um eine Auflage für den weiteren Dachaufbau zu schaffen, musste vor Ort auf jedes Bauteil der Tragwerkskonstruktion Blech in unterschiedlichen Längen und Winkeln aufgeschweißt werden. Ein zeitintensives Unterfangen, doch aktuell liegen die Stahlbaumaßnahmen gut in der Zeit. Im Juni soll das traditionelle Richtfest gefeiert werden.

Der Museumsbau soll modernste technische Standards bieten. Als virtuelle Verlängerung des Museums und neues digitales Gedächtnis Bayerns werden Überlieferungen des Freistaats in der Bavariathek medial gebündelt. Zum Beispiel Schulklassen werden dort die Möglichkeit haben die bayerische Geschichte in eigene Ausstellungen, Filmen oder Apps aufzuarbeiten. Neben Medienarchiv, Projekträumen und Medienstudio finden auch die Büros der Museumsverwaltung ihren Platz unter dem Dach des Gebäudes.

Bevor im Februar über den Dächern von Regensburg mit der Montage begonnen werden konnte, wurden die einzelnen Bauteile in den Werkshallen des Rädlinger Maschinenbaus in Cham gefertigt. Hier war besondere Präzision und Genauigkeit gefragt. Nur so konnte sichergestellt werden, dass auf der Baustelle die einzelnen Stahlträger zu einer Verbundkonstruktion zusammenpassen. Im Anschluss wurden alle Bauteile mit einer speziellen Beschichtung mit hohem Korrosionsschutz versehen. Insgesamt kam für den Stahlbau eine Beschichtungsfläche von etwa 750 m² zusammen.


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